Reges Interesse an der Informationsveranstaltung

Heute, 06.08.2022, fand unsere Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben „Südliches Zuführungsgleis“ statt.

Vielen Dank, dass so viele gekommen sind und vielen Dank für die rege Diskussion und die guten Anregungen.

Wie geht es weiter?
Endspurt für die Widersprüche bis zum 15.08.2022

Als nächstes müssen nun die Einwände gegen die aktualisierte Planung fertig gemacht und Unterschriften gesammelt werden. Das alles muss bis zum 12.08.2022 abgeschlossen sein, denn bis 15.08.2022 (einschließlich) müssen die Einwendungen bei der Bezirksregierung Köln eingegangen sein.

Für jeden betroffenen Bereich wird eine eigene Einwendung erstellt, der man sich dann auf einer Unterschriftenliste anschließen kann. Wen man ansprechen und wie man unterschreiben kann steht in folgender Tabelle:

#BereichAnsprechpartnerMöglichkeit zum Unterschreiben
1Am AusbesserungswerkMarkus Stein
Kjell Fröhlich
persönlich
Auslage „Speisewagen“ und Mobilitätsstation
2LokomotivstraßeGregor Fernholz
Stefan Giesen
Jörg Kleine
persönlich
Auslage „Speisewagen“ und Mobilitätsstation
3autofreie SiedlungKathrin Schmittpersönlich
Auslage „Speisewagen“ und Mobilitätsstation
4Werkstattstraße 100Stefan HitzkeSammlung per Rundgang
5Kohlelager 1 (Werkstattstraße 21-111)Matthias Jungck
Sammlung per Rundgang
6Kohlelager 2 (Werkstattstraße 15-19, 76-86)Andreas KeppelerSammlung per Rundgang
formaler Hinweis: Wenn man sich auf einer öffentlich ausgelegten Unterschriftenliste beteiligt ist es natürlich unvermeidlich, dass andere Unterschreibende die persönlichen Daten auf der Liste einsehen können.

Tipp für die Abgabe: Am besten fährt man mit Einwendung, Unterschriftenlisten und vorbereiteter Eingangsquittung selber in der Zeughausstraße 2-10 vorbei und gibt die Dokumente dort gegen Quittung ab.

Achtung: Corona, Corona: Man muss sich vorher per Mail anmelden unter poststelle@bezreg-koeln.nrw.de oder direkt beim Sachbearbeiter

Großbaustelle Bahn in Köln Nippes – Verfahren geht wieder los – Einwendungen bis 15.08.2022 möglich

Jahrelanger Baustellenbetrieb, nächtlicher Lärm, Verlust eines viel genutzten Fuß- und Radwegs, einer Frischluftschneise und Rodung eines Grünstreifens – das sind die Perspektiven für eine neue Gleisanlage in Nippeser Westen. Wir fordern die Einstellung dieser unvernünftigen Planungen. Die Bahn soll die bestehenden Wege und möglichen (teilweise jetzt schon bestehenden) Alternativen zu nutzen, um S-Bahnen nachts in Longerich und Mauenheim abzustellen.

Was bisher geschah

Seit 2003 plant die Bahn ein sogenanntes „südliches Zuführungsgleis“ zur S-Bahn-Abstellanlage Longerich / Mauenheim. Dort wurde schon eine ICE-Werkstatt gebaut, die leider mehr Lärm und Licht abstrahlt, als sie ursprünglich sollte (siehe letzter Blogeintrag von 2019).

Die S-Bahnen finden seit einigen Jahren schon irgendwie ihren Weg zu ihrem neuen „Parkplatz“ – ebenfalls in Longerich. Wir halten die 20 Jahre alten Planungen für überholt. Aber die Bahn lässt sich trotz zahlreicher – wie wir finden berechtigter – Einwendungen zu Umweltschutz und nächtlichem Lärmschutz nicht davon abbringen: Sie will eine Großbaustelle im Neubauviertel des Nippeser Westens errichten und über 40 S-Bahnen in der Nacht über eine zusätzliche Gleisanlage fahren lassen.

Klimafreundlicher Nahverkehr ja – aber bitte verhältnismäßig

Wir sind Freunde des Verkehrs ohne eigenes Auto: Die Innenstadt oder Ehrenfeld sind gut zu Fuß, mit Rad, E-Bike oder Bahn zu erreichen. Wir verstehen auch: Die S-Bahnen, die tagsüber fahren, müssen nachts irgendwo abgestellt werden. Dafür gibt es die S-Bahn-Abstellanlage. Aber für die Anfahrt dorthin wertvolle Verkehrs- und Grünflächen zu opfern statt bestehende Gleise zu nutzen, halten wir für unverhältnismäßig. Denn der Fahrradverkehr hat seit vielen Jahren gerade entlang des Gleises zwischen Sechzig- und Werkstattstraße stark zugenommen und soll nun vorübergehend durch eine Großbaustelle faktisch stillgelegt werden. Dieser Weg wird durch die Bauarbeiten der Bahn vermutlich über Monate oder Jahre gesperrt, die zahlreichen Bäume und das Wäldchen neben dem Verwaltungsgebäude des Eisenbahn-Bundesamt in der Werkstattstraße radikal gerodet. Ob und wie der Weg wiederhergestellt wird, steht in den Sternen.

Gute Nacht – ade

Und wer in einer der zahlreichen Wohnungen „Am Ausbesserungswerk“ wohnt, ist dauerhaft ganz besonders betroffen: Der jetzige Grünstreifen wurde schon im Frühjahr 2022 zum Teil gerodet und soll ganz und gar einer Bahnlinie weichen. Nächtlicher Lärm betrifft vor allem Bewohner:innen der oberen Geschosse, denen eine 4 Meter hohe Schallschutzwand herzlich wenig nutzen wird, wenn dort 71 Zugbewegungen stattfinden – Nacht für Nacht

Was wir und ihr dagegen tun können: Bürgerbeteiligung, d.h. bis 15.8.2022 Einwendungen einreichen

Am 8. Juni wurden die Unterlagen zur weiteren Planung der S-Bahngleise von Köln-Nippes zur veröffentlicht (Bekanntmachung hier, siehe Seite 4 im Amtsblatt). Diese Pläne sind öffentlich einsehbar bis 14.7.2022 – vor Ort im Stadthaus Köln (Adresse Willy-Brandt-Platz 2 Zimmer 14C46, Terminvereinbarung für Mo-Fr 8-12, Di bis 18, Mo u. Do bis 16 Uhr unter Tel. 0221-221-22733).

Etwas einfacher geht es digital unter verschiedenen Webadressen:

Im nächsten Schritt können von den Betroffenen Einwendungen eingereicht werden. Das können allerdings nur diejenigen, die direkt von der Maßnahme betroffen sind.

Die Einwendungen können erhoben werden bei

– Bezirksregierung Köln, Dezernat 25, Zeughausstraße 2-10, 50667 Köln und bei der

– Stadt Köln, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln

Der Anwohnerverein Nippeser Westen hat – wie bei den vorherigen „Runden“ – Sammel-Einwendungen organisiert für die unterschiedlichen betroffenen Wohnsiedlungen, an denen man sich per Unterschriftenliste beteiligen kann.

Wie kann ich mich beteiligen? Weitere Infos in diesem Beitrag.

Wir haben einige Aspekte hier zusammengefasst, die wir für wichtig halten und als Argumentation gegen die Genehmigung des Gleises eingewendet werden können:

1. für die Betroffenen Am Ausbesserungswerk: Es sind nächtlich 71 Zugfahrten mit Gleiswechseln (Weichen) geplant. Wer weiß, wie laut Weichenfahrten quietschen, kann sich das Szenario schlafloser Nächte gut ausmalen (Quelle in den Unterlagen der Bahn: Mengengerüste des nächtlichen Zugverkehrs (13.1.2), wer die Lärm-Auswirkungen in dB genauer wissen möchte, schaut in Dokument mit Nr. 13.1.1, Seite 33 und folgende oder Dokument 13.1.4, Spalte 14). An der Werkstattstraße nahe der Bahnlinie sind es immerhin auch noch 2 nächtliche S-Bahn-Fahrten.

2. Der kleine Wald und den Radweg am Bahndamm zwischen S-Bahn Nippes und Wendehammer vor dem Eisenbahn-Bundesamt (Liebig-/Hartwich-/Sechzigstraße – Werkstattstraße): Der Wald wird gerodet, und zwar vermutlich komplett, ebenso wie einige der Alleebäume. Laut (sehr ungenau) gezeichnetem Plan (Dokument 12.3, Lageplan Auswirkungen) sieht es ganz so aus, als ob der Fuß- und Radweg dort während der Bauarbeiten gesperrt werden muss. Hier ist zumindest Nachbesserung für die Baustellenplanung einzufordern, und es muss ein Konzept für die Wiederherstellung detailliert werden.

3. In Zeiten der zunehmenden Aufheizung des Klimas ist der Verlust des Grünen Bandes entlang der Bahn als Frischluftschneise nicht zu unterschätzen und wird völlig unzureichend erwähnt (in 11.1 Landschaftspflege, z.B. Seite 48), obwohl das Thema städtisches Mikroklima – wenn man auf den Prognosezeitraum 2030 geht und die dann herrschenden Klimaveränderungen mit einbezieht – sicher an Gewicht gewinnt.

4. Der Rad- und Fußgängerverkehr mag im Ursprung der Planung keine Rolle gespielt haben. Aber jetzt nutzen immer mehr Menschen lieber das Rad als das Auto in Richtung Innenstadt oder Ehrenfeld. Die Stadt Köln unternimmt einiges, damit der Radverkehr gefördert wird. Der Weg zwischen Werkstatt- und Sechzigstraße ist eine gute und äußerst beliebte autofreie Anbindung für den Radverkehr Richtung Süden und Westen geworden. Denn es fahren längst nicht nur Leute aus der autofreien Siedlung hier durch, sondern auch viele aus angrenzenden Straßen oder anderen Stadtteile wie Mauenheim. Das können die ortsfremden Leute von der Bahn und den Gutachterbüros nicht wissen, aber sie müssen es in ihre Planung einbeziehen.

5. Die Fotos der Gegebenheiten vor Ort (Dokument 11.1, z.B. Seite 29, Seite 104) sind alt und können nicht mehr als aktuelle Planungsgrundlage dienen. Hier ist zu fordern, dass sie aktualisiert werden.

6. Es stellt sich die Frage: Hat man aus Großprojekten der Bahn nichts gelernt? Große Pläne, große Baustellen, hohe und ständig steigende Kosten stehen zweifelhaftem Nutzen gegenüber. Viele S-Bahnen können aktuell offensichtlich problemlos in die bereits fertiggestellte S-Bahn-Anlage in Mauenheim / Longerich einrücken. Wozu ist die teure Süd-Zufahrt nötig, die viel Lärm verursacht, auf lange Zeit einen viel befahrenen Radweg stilllegt und das Mikroklima negativ verändert?

7. Die weiteren Umweltaspekte (Verlust Fledermäuse, Vögel, andere Biotope, Tiere und Pflanzen) sind in den vergangenen Erörterungen und Einwendungen zwar berücksichtigt worden. Auch sollen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Aber das nutzt den hier bestehenden wertvollen Kleinbiotopen nichts. Die gehen unwiederbringlich verloren. Man soll sich dabei nicht über vermeintliche Luxus-Öko-Probleme lustig machen, wie es oft geschieht („Gelbbauchunke verhindert Autobahn“). Der Verlust der Biodiversität ist eines der am meisten unterschätzten Probleme, die regelmäßig bei Klimagipfeln und -berichten stark gewichtet werden.

Was kann ich als Einzelne:r jetzt tun?

Wenn ihr schon bei den vorherigen Planungsrunde mit Einwendungen dabei wart: Formuliert eure Einwendungen an die o.g. Post-Adressen. Per E-Mail geht das auch aber nur mit qualifizierter elektronischer Signatur an: poststelle@brk.sec.nrw.de. Oder per De-Mail an: poststelle@brk-nrw.de-mail.de.

Oder schließt euch den Sammeleinwendungen an, die Ende Juli in den jeweiligen Quartieren erarbeitet werden.

Wer sich tiefer mit der Materie befasst und sich z.B. als Ingenieur:in gut auskennt, mag noch viele andere Kritikpunkte an der Planung und den Gutachten finden. Wir haben uns auf das beschränkt, was im praktischen täglichen Leben und unter ganzheitlichen Umweltaspekten eine Rolle spielt.

Werdet Förderer:in, teilt diese Seite in euren Netzwerken!

Als Betroffene:r könnt ihr Unterstützer oder Mitglied der AWG Nippes werden. Wir haben uns gegründet, um den Planungen so wie sie sind entgegen zu stellen und haben schon zwei Einwendungsrunden erfolgreich gemeistert. Aber je weiter das Verfahren geht, desto wahrscheinlicher wird es Kosten für die Einwender:innen verursachen: Gegengutachten, Anwälte – das alles kostet Geld. Ihr könnt uns finanziell unterstützen, aber leider sind Zuwendungen nicht steuerlich absetzbar, das müssen wir ehrlicherweise mit dazu sagen.

Lärmendes ICE-Instandsetzungswerk

Die Anwohner in Nippes bekommen den ICE-Verkehr zum Instandsetzungswerk in Longerich deutlich zu hören. Noch schlimmer trifft es aber die Anwohner nördlich des Werkes in Longerich: Rangierverkehr, laute Klimaanlagen, nächtliches Testen der Signalpfeifen und grelle Beleuchtung stören den Nachtschlaf ganz erheblich. Die Lärmbelästigung ist wohl deutlich höher als eigentlich genehmigt.

Die Anwohner haben eine Online-Petition dagegen gestartet und bitten um rege Unterstützung!

Protokoll des Erörterungstermins verschickt

Inzwischen hat die Bezirksregierung das Protokoll der Erörterung vom November 2017 verschickt.

Wenn Sie persönlich einen Einwand eingereicht haben und beim Erörterungstermin anwesend waren, so müssten Sie ein Protokoll erhalten haben. Wenn Sie über eine Unterschriftenliste Ihre Unterstützung für einen Einwand erklärt haben, so können Sie das Protokoll bei demjenigen einsehen, auf dessen Einwand Sie unterschrieben haben.

Das Protokoll kann hier nicht veröffentlicht werden, da es sich um nicht-öffentliche Erörterungstermine handelt.

Anhörung zum 1. und 2. Deckblattverfahren am 21.11.2017

Am 21.11.2017 wurden erneut die Einwendung zum ersten und zweiten Deckblattverfahren, d.h. den Änderungen aus 2014 und 2016 zur Ursprungsplanung aus 2008, zwischen den Einwendern und der Deutschen Bahn diskutiert.

Die Anwohnergemeinschaft war mit dem kompletten Vorstand und weiteren Mitgliedern vertreten. Wir haben eindringlich auf die immer noch bestehenden Unzulänglichkeiten in der Planung hingewiesen. Diese betreffen v.a. das Lärmschutzgutachten und die Planungen zur Baustellengestaltung und den damit verbundenen Belastungen für die Anwohner.

Auf inhaltliche Details können wir hier leider nicht eingehen, da der Termin – wie alle Anhörungstermine – nicht-öffentlich war. Das anonymisierte Protokoll des Anhörungstermins, bei dem die einzelnen Personen durch Nummern ersetzt sind, wird aber allen Anwesenden zugesandt. Wenn Sie sich über eine Unterschriftenliste an den Einwendungen beteiligt haben, können Sie das Protokoll sicher beim Verfasser der Einwendung bekommen.

Für weitere Informationen können Sie sich auch gerne an uns wenden.